Härte ↔ Zugfestigkeit Rechner für Stahl | HB, HV10, HRB, HRC | DIN EN ISO 18265

Umrechnung von Zugfestigkeit und Härte nach DIN EN ISO 18265

Mit diesem Rechner können Sie die Zugfestigkeit Rm (MPa) und die gängigen Härteskalen HB, HV10, HRB und HRC für un- und niedriglegierte Stähle näherungsweise ineinander umrechnen.

Die Umwertung basiert auf den Vergleichstabellen der DIN EN ISO 18265 („Metallische Werkstoffe – Umwertung von Härtewerten“) sowie auf etablierten ingenieurmäßigen Näherungen zwischen Zugfestigkeit und Härte.
Die ISO-Norm definiert Umwertungsbeziehungen zwischen verschiedenen Härteprüfverfahren (Brinell, Vickers, Rockwell). Die Beziehung zur Zugfestigkeit stellt eine praxisübliche Richtwert-Umrechnung dar und ersetzt keinen normgerechten Zugversuch.

Hinweise:

  • Gültig für un- und niedriglegierte Stähle
  • Nicht geeignet für austenitische Edelstähle, Gusseisen oder randschichtgehärtete Bauteile
  • Werte oberhalb von ca. 57,8 HRC werden bis 60 HRC extrapoliert

Der Rechner eignet sich insbesondere für Konstruktion, Werkstoffauswahl, Qualitätsprüfung und technische Dokumentation im Maschinen- und Anlagenbau.

Zugfestigkeit ↔ Härte Umrechner (Stahl)

Umwertung gemäß Tabelle (wie im Anhang), Werte werden interpoliert.
Bei Richtung „Rm → Härte“ ist die Auswahl gesperrt.
Zugfestigkeit
MPa
Brinell
HB
Vickers
HV
Rockwell B
HRB
Rockwell C
HRC
Hinweis: Umwertung erfolgt über Tabellenpunkte (wie im Anhang) mit linearer Interpolation. Für HRC > 57,8 sind in der Tabelle keine Rm-Werte hinterlegt (Rm bleibt dann leer).

Hintergrund zur Umrechnung von Härte und Zugfestigkeit

Umrechnung nach DIN EN ISO 18265 – Was regelt die Norm?

Die DIN EN ISO 18265 beschreibt die Umwertung von Härtewerten zwischen den Prüfverfahren Brinell (HB), Vickers (HV) und Rockwell (HRB, HRC) für metallische Werkstoffe.

Die Norm enthält Vergleichstabellen für un- und niedriglegierte Stähle. Eine direkte Umrechnung zwischen Härte und Zugfestigkeit ist nicht normativ festgelegt, wird jedoch in der Praxis als ingenieurmäßige Näherung verwendet.

Oberhalb von ca. 57,8 HRC enthält die Tabelle keine Rm-Werte – in diesem Rechner erfolgt die Umrechnung bis 60 HRC mittels Extrapolation.

Welche Härteskala ist wann sinnvoll?

HB (Brinell): Geeignet für weiche bis mittelfeste Baustähle. Große Eindruckfläche → gute Mittelwertbildung.

HV10 (Vickers): Universell einsetzbar. Besonders geeignet für dünne Bauteile oder höhere Härtebereiche.

HRB (Rockwell B): Für weichere Stähle und Automatenstähle im unteren Festigkeitsbereich.

HRC (Rockwell C): Für gehärtete oder vergütete Stähle im Bereich ca. 20–60 HRC.

Typische Umrechnungsbereiche für Stahl
  • Baustahl S235: ca. 360 MPa → ~110 HB
  • Vergütungsstahl 42CrMo4: 900–1100 MPa → ~28–36 HRC
  • Werkzeugstahl gehärtet: 1500–2000 MPa → ~47–55 HRC

Die Werte sind Richtwerte und abhängig von Legierung, Wärmebehandlung und Gefügezustand.

Grenzen der Umrechnung

Die Umrechnung gilt für un- und niedriglegierte Stähle. Nicht geeignet für:

  • austenitische Edelstähle
  • Gusseisen
  • randschichtgehärtete Bauteile
  • stark kaltverfestigte Werkstoffe

Für sicherheitsrelevante Auslegungen ist immer ein normgerechter Zugversuch maßgeblich.

Häufige Fragen zur Umrechnung von Härte und Zugfestigkeit

Wie kann man HRC in MPa umrechnen?

Eine direkte normierte Formel existiert nicht. Die Umrechnung erfolgt über Vergleichstabellen gemäß DIN EN ISO 18265 und wird für Stahl näherungsweise bestimmt. Im gehärteten Bereich entspricht beispielsweise 30 HRC ungefähr 1000 MPa.

Kann man aus der Härte die Zugfestigkeit berechnen?

Ja, für un- und niedriglegierte Stähle besteht ein näherungsweiser Zusammenhang. Für Brinell-Härte gilt häufig:

Rm ≈ 3,3 × HB

Für Vickers-Härte:

Rm ≈ 3 × HV

Diese Beziehungen sind Richtwerte und ersetzen keinen normgerechten Zugversuch.

Warum beginnt Rockwell C erst bei ca. 20 HRC?

Die Rockwell-C-Skala ist für gehärtete Stähle ausgelegt. Unterhalb von etwa 20 HRC ist die Eindringtiefe des Diamantkegels zu groß, wodurch die Messung ungenau wird. Für weichere Stähle verwendet man stattdessen HB oder HRB.

Gilt die Umrechnung auch für Edelstahl?

Nur eingeschränkt. Austenitische Edelstähle besitzen ein anderes Verformungsverhalten, weshalb die Näherungsformeln deutlich abweichen können. Die hier verwendeten Umrechnungen gelten primär für un- und niedriglegierte Stähle.

Was bedeutet HV10?

HV10 bezeichnet die Vickers-Härteprüfung mit einer Prüfkraft von 10 kgf (98,07 N). Die Angabe der Prüfkraft ist wichtig, da die Vickers-Härte je nach Prüflast geringfügig variieren kann.

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